Leistungskontrollen durch Teams?

Microsoft Teams gibt Unternehmen die Möglichkeit, seine Beschäftigten zu überwachen. „Potzblitz“ werden Datenschützer sagen und alle, die schon frühere Berichtswellen über diesen Umstand mitbekommen haben. Da das Thema nun jedoch wieder an manchen Stellen aufgegriffen ist, nutzen wir die Gelegenheit und befassen uns mal ein wenig mit dem Thema.
Grundsätzlich geht es um marketingtechnisch geschickt als „Produktivitätsbewertung“ titulierte Analyse-Tools von Office 365. Hochgekocht wird das Ganze nun, weil der Microsoft-CEO Teams in einem Interview erklärte, Teams sei bald eine digitale Plattform, deren Relevanz der des Browsers gleichkomme. Das ist eine Ansage, vor allem jetzt, wo so viele Menschen Corona-bedingt mit Teams arbeiten. Doch was passiert denn da?
Diese Analyse-Tools ermöglichen eine Überwachung der Leistung und des Verhaltens der Beschäftigten. Bei Unternehmern mit Betriebsrat werden nun alle Warnlampen angehen – bei den anderen sollten sie das auch. Denn eins stellt Microsoft klar: man bietet zwar die Möglichkeit für diese Form der Überwachung, verantwortlich dafür (und für das Finden einer Rechtsgrundlage für selbige) ist der Unternehmer. Und der kann nun was genau tun? Auswerten, wie Mail, Teams oder Chat genutzt werden; denn beispielhaft wird aufgezeichnet: Anzahl organisierter Meetings, Anzahl mit hoher Priorität gesendeter Mails, wie viele Meetings wurden geplant oder fanden ad hoch statt. Noch irgendwelche Wünsche offen? Die ließen sich sicher erfüllen, wäre nicht ein Proteststurm losgebrochen. Sicher mag es hehre Ziele für solche Analysen wie Ressourcenplanung geben. Doch ob sich darunter all die Auswertung subsumieren lassen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Microsoft hat daher auch zügig eingelenkt und Änderungen angekündigt. Doch löst das die Probleme (Spoiler: nein)? Immer noch ermöglicht Teams die Überwachung von Leistungen. Zwar sollen keine Statistiken mehr über einzelne Nutzer einsehbar sein – doch gespeichert, was passiert, wird natürlich dennoch und wenn große Konzerne die Auswertungen bzw. Produktivitätsscores nutzen, um ihre Digitalisierungsbestrebungen voranzutreiben, zu planen, zu steuern, lässt das tief blicken.
Dass die Aufsichtsbehörden Office 365 spätestens nach Schrems II ohnehin kritisch gegenüberstehen, hilft da auch nicht. Und was hilft dann? In erster Linie Konfiguration! Wenn wir ein Smartphone kaufen, belassen wir es ja auch nicht in den Werkseinstellungen, sondern befassen uns damit. Eine Software, die Möglichkeiten wie Office 365 bietet, in eben diesen „Werkseinstellungen“ zu belassen, sich nicht damit zu befassen und es zu konfigurieren, grenzt an sträflichen Leichtsinn …